Ölauszüge herstellen

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grasgrün
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Re: Ölauszüge herstellen

Beitrag von grasgrün » Dienstag 7. Januar 2020, 06:42

Die im Ingwer enthaltenen Scharfstoffe riechen, sie sind lipophil, also fettlöslich. Es sind Glykoside,ein Zuckerteil das durch ein Schwefelmolekül an ein ein Aglykon gebunden wird.Diese Glykoside sind hitzeempfindlich. Wenn man Senf erhitzt wird er bitter und verliert Schärfe. Bei langem erhitzen von Ingwer wird dies ähnlich sein.
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Re: Ölauszüge herstellen

Beitrag von Bärenfrau » Dienstag 7. Januar 2020, 09:55

Vielen Dank für die Erklärung, meine Liebe.
herzlichst
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Akira
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Re: Ölauszüge herstellen

Beitrag von Akira » Dienstag 7. Januar 2020, 10:07

Ebenfalls danke. Wenn ich das richtig verstanden habe, hätte ich vielleicht eine Chance mit einem Kaltauszug und möglichst kalt gerührtem SL. Darüber werde ich mal nachdenken. Man darf halt die Schimmelgefahr beim Kaltauszug nicht aus den Augen verlieren.
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grasgrün
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Re: Ölauszüge herstellen

Beitrag von grasgrün » Dienstag 7. Januar 2020, 20:22

Ich versuche es noch einmal. Bei den Scharfstoffen ist es so, das sie sozusagen aktiviert werden müssen. Du hast eine Ingwerknolle oder einen Knoblauch - es riecht schon, aber wenig. Reibst du sie riechen sie viel stärker. Durch die Reibung werden die Scharfstoffe freigesetzt, ich vergleiche es mit diesem Leuchstab den man knickt, der dann neonfarben leuchtet . Sobald die Scharfstoffe freigesetzt sind verflüchtigen sie sich auch. Der Leuchtstab brennt auch nicht ewig. Wenn du Ingwer reibst und grossflächig auslegst verflüchtigt sich ein grosser Teil der Scharfstoffe. Wenn du ihn erhitzt, bzw. kochst auch, von dem her ist dieses Vorgehen nicht optimal.
Zum Thema Ölmazerat: Meine Apothekerdozenten in der Heilpflanzenausbildung empfehlen eine kurze Warmmazeration. 3-5 std. auf max.55 Grad, Temperatur bitte gut kontrollieren.
Ein Heissauszug mit einem kaltgepressten Öl schädigt das Öl. Bei Scharfstoffen zerstörst du, was du haben willst. Beim Kaltauszug über Wochen oxidiert das Öl und die Verkeimung kann ein Problem werden. Es gibt leider gewisse Grenzen, bzw. nicht für alles findet sich ein vernünftiger Weg :smileymania1:
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Re: Ölauszüge herstellen

Beitrag von Akira » Dienstag 7. Januar 2020, 20:33

grasgrün hat geschrieben:
Dienstag 7. Januar 2020, 20:22
Meine Apothekerdozenten in der Heilpflanzenausbildung empfehlen eine kurze Warmmazeration. 3-5 std. auf max.55 Grad, Temperatur bitte gut kontrollieren.
Dank Dir für die ausführliche Erklärung. An sowas habe ich auch gedacht. Und dann möglichst umgehend verarbeiten.
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Re: Ölauszüge herstellen

Beitrag von Nicki » Sonntag 12. Januar 2020, 06:00

Aconita hat geschrieben:
Montag 30. Januar 2012, 20:48

Das Ringelblumenöl
Ringelblumen bekommt man getrocknet in der Apotheke oder frisch aus dem eigenen Garten. Verwendet man frische Blüten, so kann man den Blütenboden mit verwenden. Um eine Schimmelbildung im Öl zu verhindern, lässt man die Blüten ein bis zwei Tage antrocknen. Man schichtet sie in ein verschließbares Marmeladenglas und übergießt sie mit dem Öl. Dabei müssen alle Pflanzenteile gut bedeckt sein.
Früher stellte man diese Gläser für 4 bis 6 Wochen in die Sonne. Die ersten Tage nur mit einem Stück Gaze bedeckt, damit die Feuchtigkeit entweichen kann, später fest verschlossen.
Heute verwendet man oft die Methode des Erhitzens im Wasserbad. Dazu stellt man das Marmeladenglas in einen mit heißem Wasser gefüllten Topf. Der Deckel muss vorher abgenommen werden, sonst kann das Glas platzen. Das Wasser sollte für eine halbe Stunde leicht sieden ohne in das Öl zu spritzen. Danach lässt man das Glas im Wasser abkühlen und wiederholt den Vorgang ein zweites Mal. Danach ist das Öl fertig.

Hallo Aconita!

Warum sollte man bei einem Ölauszug 2x erhitzen? Was ist der Unterschied, ob ich 1x1h oder 2x30 min (min intermediärer Abkühlung) extrahiere?

LGN

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Re: Ölauszüge herstellen

Beitrag von Aconita » Sonntag 12. Januar 2020, 11:34

Da ich die Wirkstoffgehalte nicht untersuchen kann, richte ich mich nach der Anleitung von Ursula Bühring. Sie stellt Ringelblumenöl her, indem sie Öl und Blüten 6 Stunden bei 40° mazeriert. Die Möglichkeit, die Temperatur so stabil zu halten, habe ich nicht, mal abgesehen von der Zeit. Deshalb mache ich das zweimal für eine halbe Stunde, meist an 2 Tagen. Die Extraktion braucht halt etwas Zeit, weil die Pflanzenzellen nicht mechanisch aufgeschlossen werden.
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Re: Ölauszüge herstellen

Beitrag von Nicki » Sonntag 12. Januar 2020, 15:17

Aconita hat geschrieben:
Sonntag 12. Januar 2020, 11:34
Da ich die Wirkstoffgehalte nicht untersuchen kann, richte ich mich nach der Anleitung von Ursula Bühring. Sie stellt Ringelblumenöl her, indem sie Öl und Blüten 6 Stunden bei 40° mazeriert. Die Möglichkeit, die Temperatur so stabil zu halten, habe ich nicht, mal abgesehen von der Zeit. Deshalb mache ich das zweimal für eine halbe Stunde, meist an 2 Tagen. Die Extraktion braucht halt etwas Zeit, weil die Pflanzenzellen nicht mechanisch aufgeschlossen werden.
Danke!

6h bei 40 Grad werde ich das nächste Mal machen - mit dem sous-vide Stab sollte das ja problemlos gehen und man muss auch gar nicht dabei bleiben.

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Re: Ölauszüge herstellen

Beitrag von Akira » Mittwoch 25. März 2020, 09:19

Wie seht Ihr das bei Wirkstoff-Ölauszügen, Ringelblumenöl, Beinwellöl, Spitzwegerichöl u.ä.:
Bekommt man "mehr Wirkung", wenn man das gesiebte Öl nochmals mit frischen Pflanzen ansetzt? Oder gibt es da eine Art Sättigungsgrad, der gar nicht überschritten werden kann?
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Re: Ölauszüge herstellen

Beitrag von Schnackeline » Mittwoch 25. März 2020, 11:44

Bei Tinkturen kann man mit Perkolation den Wirkstoffgehalt erhöhen; wogegen bei Mazeration nach einiger Zeit eine Sättigung (Gleichgewicht) eingetreten ist und eine erneute Zugabe von frischem Material bringt nichts mehr.
Ich vermute, daß das bei Ölauszügen ähnlich sein wird. Wenn man also ein angemessenes bzw. ausgewogenes Verhältnis Öl/Pflanze von Beginn an hat, sollte das ausreichend sein.
Es grüsst: Bine
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