Rotöl

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Akira
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Re: Rotöl

Beitrag von Akira » Sonntag 18. Juli 2021, 20:54

Den hatte ich schon gelesen, Aconita, danke. "Meine" Blüten sehen so aus wie auf dem Bild, aber eine "Perforation" konnte ich nicht erkennen.
Und jetzt frage ich mich halt, was das heisst: ist das einfach eine andere von den 400 Sorten?
Nächstes Mal werde ich noch Blüten zerreiben, mal sehen, ob's rot wird.
Es gibt nur einen einzigen Punkt auf der ganzen Erde, der niemals im Süden liegt - alles eine Frage der Perspektive.

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Bellis
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Re: Rotöl

Beitrag von Bellis » Montag 19. Juli 2021, 09:23

Akira hat geschrieben:
Sonntag 18. Juli 2021, 20:54
Nächstes Mal werde ich noch Blüten zerreiben, mal sehen, ob's rot wird.
Akira, die rote Blütenfarbe alleine reicht nicht. Auch andere Arten enthalten den roten Farbstoff Hypericin, z.B. Hypericum hirsutum. Für das echte Johanniskraut ist neben den perforierten Blättern auch der zweikantige Stengel ein sehr charakteristisches Merkmal und die reiche Verzweigung. Dabei sind die Zweige gegenständig angeordnet, also einmal nach links/rechts, dann nach hinten/vorne, wenn du es anschaust. Und wenn du das Johanniskraut in die Hand nimmst, wechselt quasi die Richtung des zweikantigen Stengels mit der Verzweigung. Du wirst das sehen, wenn du genau hinschaust und vor allem spüren, wenn du es in der Hand drehst.
Liebe Grüße
Liane

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Aconita
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Re: Rotöl

Beitrag von Aconita » Montag 19. Juli 2021, 09:48

Wobei auch andere Arten heilkräftige Stoffe enthalten.

Bellis, der Link, den du gestern gepostet hast, ist eine super Zusammenfassung. Es sind auch einige Arten beschrieben und die gleiche Art an unterschiedlichen Standorten enthält unterschiedliche Stoffe.
Interessant fand ich folgende Passage von Seite 36:
In frischem Hypericum-Öl liegt das hoch lipophile Phloroglucinol Hyperforin in einer Konzentration von 0.6% vor und wird innerhalb von Tagen ohne Lichtschutz und innerhalb von Wochen mit Lichtschutz zu inaktiven Verbindungen wie Furohyperforin und Oxyhyperforin abgebaut.
Dann hätte ich in meinem Öl noch nie Hyperforin drin gehabt, weil ich es immer im Licht ausgezogen habe. Die beiden Versuche habe ich jetzt zusammengegossen. Wenn ich das Hyperforin erhalten wollte, müsste ich das Öl gleich zu einer Salbe weiterverarbeiten :smilie_denk_10: Da diese durch ihre Konsistenz im Inneren noch Hyperforin enthalten müsste. Da kommen weder Licht noch Sauerstoff hin.

Spannend. Wobei ich es eher wie auf der Seite beschrieben halte. Ich ernte, wenn ich Zeit habe und verarbeite nach bestem Wissen. Dann freue ich mich dran und benutze es für ein Jahr.

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Bellis
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Re: Rotöl

Beitrag von Bellis » Donnerstag 22. Juli 2021, 17:25

Hallo Aconita,
über die von dir zitierte Stelle bin ich auch gestolpert - und bin etwas ernüchtert. Nun gut, ich mache auch wieder zwei Ansätze, einen hell ausgezogenen und einen dunkel ausgezogenen. Dann werde ich ebenfalls mischen und ich dachte daran, den Auszug in kleinen Portionen einzufrieren.
Aconita hat geschrieben:
Montag 19. Juli 2021, 09:48
Wenn ich das Hyperforin erhalten wollte, müsste ich das Öl gleich zu einer Salbe weiterverarbeiten :smilie_denk_10:
Da diese durch ihre Konsistenz im Inneren noch Hyperforin enthalten müsste. Da kommen weder Licht noch Sauerstoff hin.
Das habe ich noch nicht richtig verstanden. Rührst du eine O/W-Emulsion, so dass die lipophile Phase innen liegt, Salbe hört sich eher nach reiner Fettphase an? :smilie_denk_10:
Liebe Grüße
Liane

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Re: Rotöl

Beitrag von Aconita » Donnerstag 22. Juli 2021, 17:37

Nein, wenn ich die Wirkung von Hyperforin möchte, dann würde ich das helle Öl nehmen und mit Bienenwachs eine Salbe herstellen.

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