Rotöl

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katzenmutter
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Re: Rotöl

Beitrag von katzenmutter » Montag 31. Juli 2017, 09:20

DANKE! Ich dachte schon an einen bösartigen Pilz oder so.........
Hatte ja bisher nur die "falsche" Variante im Garten.
Tiere sind in ihrer Zuneigung und Liebe zuverlässiger als Menschen (Zitat Opa Katzenmutter)

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Timbra una
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Re: Rotöl

Beitrag von Timbra una » Montag 31. Juli 2017, 09:41

Ich hatte am Wochenende die Gelegenheit, mit einem sehr kräuterkundigen Mann sprechen zu können. Ich habe ihn natürlich auch zu Johanniskraut und Rotöl befragt :)
Er meinte, dass es früher eigentlich Tüpfelhartheu geheißen hat und erst durch die Kirche umbenannt wurde in Johanniskraut (habe ich noch nicht recherchiert, ich gebe es einfach mal so wieder). Außerdem hat er mir Mut zugesprochen, die Blüten ruhig bis zu einem Jahr im Öl zu lassen - sein genereller Tipp ist, immer mindestens die doppelte Zeit zu veranschlagen, die sonst z.B. in Büchern, angegeben wird. Bei ihm hat es auch lange gedauert, bis sich das Öl rot verfärbt hat. Ich bin da nun optimistisch - aber gucke trotzdem jeden Tag gespannt auf das Glas :c015:

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Herzeleid
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Re: Rotöl

Beitrag von Herzeleid » Montag 31. Juli 2017, 09:49

Sehr interessant, Timbra :smilie_happy_077:

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sapo
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Re: Rotöl

Beitrag von sapo » Montag 31. Juli 2017, 11:21

danke Timbra,
dann kann ich meinen Ansatz ja beruhigt noch ein bisschen stehen lassen,
die Farbe verändert sich jetzt auch fast täglich finde ich, es wird doch richtig rot werden.

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Timbra una
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Re: Rotöl

Beitrag von Timbra una » Montag 31. Juli 2017, 11:57

Gerne.
Der Tipp mit dem lange Stehenlassen bezieht sich übrigens auf alle möglichen Kräuter.

Margit
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Re: Rotöl

Beitrag von Margit » Donnerstag 11. Januar 2018, 15:28

Ich hab jetzt ein paar Beiträge gelesen wo es mir die Haare aufstellt.... sorry...

Es gibt ein paar Grundregeln zum Ansetzen von Kräutern und wenn man die befolgt erhält man tolle Qualität - egal welches Heilkraut es ist....

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Re: Rotöl

Beitrag von bemike » Donnerstag 11. Januar 2018, 15:54

wenn du hier Beiträge gelesen hast, die dir die Haare zu berge sehen haben lassen, möchtest du uns an deinem Wissen vielleicht teilhaben lassen?

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Re: Rotöl

Beitrag von ditte » Donnerstag 11. Januar 2018, 15:56

Margit, würde gerne wissen, welche Beiträge das sind... wir lernen doch gerne! :smilie_girl_112:

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Re: Rotöl

Beitrag von Margit » Donnerstag 11. Januar 2018, 16:48

Bitte nicht böse sein, aber das ist mir jetzt ein großes Anliegen und deshalb schreibe ich diese Zusammenfassung...

Ich hab in den letzten 2 Jahren diverse Kräuter und Wurzeln angesetzt - für das eine oder andere Wehwehchen... bis dato haben immer alle Öle eine schöne Farbe bekommen bzw. sind nicht gebrochen (milchig) oder schimmelig geworden...

Wenn man ein paar Grundsätze beachtet ist das Heilkrautansetzen wirklich einfach und von Erfolg gekrönt. Die meisten Heilkräuter können so angesetzt werden.

Die Ansatzöle sollten warm aber nicht in der direkten Sonne stehen - sogar bei Johanniskrautöl muss keine Sonne her denn der Farbstoff aus den Blüten löst sich auch so auch wenn es hier etwas länger dauert - einfach nur sehr hell stellen.
Die direkte Sonnenbestrahlung hat oft zur Folge dass sich Kondenswasser im Ansatzglas bildet und dann "bricht" das Öl oder schlimmstenfalls schimmelt es sogar...da wundert sich vielleicht der ein oder andere der bis dahin alles richtig im Ansatz gemacht hat...

Erntezeitpunkt am Vormittag an einem sonnigen Tag, nach ein paar sonnigen Tagen (nicht am ersten Tag nach dem Regen, selbst wenn die Sonne scheint) und wenn der Morgentau nicht mehr vorhanden ist, aber auch nicht in der prallen Mittagssonne - so hat man die meisten Wirkstoffe drinnen

Kräuter leicht antrocknen lassen damit schon mal Restfeuchtigkeit entweichen kann

Die Kräuter in ein steriles oder neues Glas geben und mit gutem Öl aufgießen bis diese gut bedeckt sind - ich schau dass immer mindestens 2cm Öl drüber ist, dann ist man auf der sicheren Seite. Auch wenn man es vielleicht nicht glaubt aber auch hier ist Sorgfalt und Sauberkeit schon mal ein wichtiger Faktor für das weitere Gelingen...
Das Schlimmste was ich bis jetzt gesehen habe war dass eine ältere Dame einfach nur ein Gurkerlglas heiß ausgeschwemmt hat und mit einem nicht so sauberen Geschirrtuch getrocknet hat :dudu2: ... da musste ich schön schlucken nachdem sie noch erwähnt hat, dass bei ihr in letzter Zeit die Ansätze oft nicht halten...

Wenn die Kräuter aufschwimmen dann nur vorsichtig mit einem Kunststofflöfferl runter drücken....

Für 3-4 Tage das Glas nur mit einem Geschirrtuch abdecken (ich hab mir da ein älteres Geschirrtuch zurecht geschnitten und damit es am Glas hält befestige ich es mit einem Gummiringerl) und nicht fest verschließen (das Öl verdampft ja im Gegensatz zu Hochprozentigem nicht, weiters sind die Kräuter ja mit dem Öl umschlossen und die Wirkstoffe können sich nicht verflüchtigen, deshalb muss genügend Öl drinnen sein und die Kräuter bedecken).... mehrmals täglich vorsichtig umrühren aber die Kräuter nicht drücken...
Durch diese Vorgehensweise bringt man die Restfeuchtigkeit der Pflanzen recht gut bis sehr gut aus dem Glas. Fallweise braucht es auch einen Tag länger...Erst danach das Glas verschließen und das Kräuteröl ziehen lassen - täglich das Glas ein paar Mal umdrehen, nicht zu wild schütteln...

Bilden sich im Öl "milchige Fäden" dann war zu viel Restfeuchtigkeit drinnen bzw. würde ich dieses Öl nicht mehr verwenden

Hat man frische Kräuter verwendet dann sollte man beim Abseihen auch die Kräuter nicht ausdrücken - so hält das Öl für die weitere Verwendung viel viel länger.... bei getrockneten angesetzen Kräutern ist es aber kein Problem wenn man diese ausdrückt...
Man kann das "frische" Kraut wenn das gute Öl durchgelaufen ist schon ausdrücken - aber dann muss man dieses Restöl extra geben und zuerst weiter verwenden da dieses meist nicht lange hält.

Ich fülle meine Öle z.B. nicht in dunkle Flaschen ab sondern in helle und stelle diese in eine kleine Holzkiste und in weiterer Folge in meinen dunklen Keller wo ich Sommer und Winter eine ziemlich gleichbleibende Temperatur habe.
Für die Abfüllungen nehme da sehr gerne auch neue gute Minimarmeladengläser (ich glaub die haben 30ml, müsste nachsehen) denn meistens braucht man zur Weiterverarbeitung für Salben nur kleinere Mengen. Die ganz billigen aus sehr günstigen Shops halten nicht gut - die würde ich nicht verwenden....

In der Kiste haben die Öle dann sowieso die erforderliche Dunkelheit, aber man sieht sofort wenn ein Öl nicht mehr in Ordnung sein sollte, sich im Glaserl oder Flascherl Fäden ziehen usw...

Salz als Hilfsmittel würde ich schon gar nicht verwenden, denn das ändert die Zusammensetzung des Heilöls total.
Meines Erachtens gehört Salz zur Haltbarmachung in Pesto oder in Kräutersalze und nicht in Ölansätze die in weiterer Folge für Heilzwecke verwendet werden sollen.

Margit
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Re: Rotöl

Beitrag von Margit » Donnerstag 11. Januar 2018, 17:19

Was ich noch vergessen habe

Antrocknen lasse ich meine Kräuter sehr lose ausgebreitet auf Küchenpapier - ich hab bewusst meist auch kleinere Mengen...

Ich gebe z.B. auch nie an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen Kräuter in einen bestehenden Ansatz dazu denn da bringt man immer wieder Feuchtigkeit in den Ansatz rein anstatt raus und letzterer Faktor ist ja unbedingt für ein gutes Gelingen notwendig .... hab ich wenig Kräuter, so nehme ich einfach kleine Gläser und das Ansatzdatum schreibe ich sowieso rauf... Weiters hat das mit kleinen Gläsern auch dahingehend den Vorteil dass dann - wenn ein Glas wider Erwarten nicht in Ordnung sein sollte - nur eine kleine Menge kaputt ist und nicht Literweise alles entsorgt werden muss....die Restfeuchtigkeit bringt man aus kleinen Gläsern sowieso viel leichter raus...

Klar schauts schön aus wenn am Fensterbrett große bauchige Gläser mit verschiedenen Ansätzen stehen, in verschiedenen Farben... mir ist wichtig das ich einen guten/hochwertigen Ansatz für die weitere Verwendung in Cremen oder Heilsalben habe und nicht die Optik am Fensterbrett...

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